In meiner Seele konnte ich hilfreiche Aspekte konkretisieren, die sich darum drehten mich persönlich weiter zu entwickeln.
Verbündete, 1999, Öl, Eitempera a. Leinwand, 150 cm x 85 cm

Die gleiche seelische Empfindung ließ sich intuitiv in eine Farbe oder eine Musteranordnung übersetzen. Seelische Empfindungen waren für mich erst einmal unkonkret. Jedoch ließen sich diese unkonkreten Empfindungen über Farben und Muster hinaus interpretieren und kreativ gestalten. Auf diesem Weg stellte ich seelische Aspekte zusammen, die ich als hilfreich oder kraftvoll ansehen konnte. Weibliche Intuition erblühte bei Dunkelheit und weibliche Spiritualität korrespondierte mit dem Mond.

Traumzeit in meiner Seele

Das mythologische Empfinden der Aborigines bildete sich in ihren Landschaften ab, die einst von der Regenbogenschlange geformt worden waren. Aborigines nahmen ihre Landschaften als heilig wahr und verknüpften Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem Fokus, der ständig neu auf das Bewahren der Schöpfung ausgerichtet blieb. In meiner Welt moderner Zivilisation, war permanent die Bereitschaft gegeben neue Zonen der Ausbeutung zu erschliessen, die Umwelt zu verschmutzen und Mitlebewesen zu belasten. In meiner Seele hatte ich ein Gefühl für die Landschaft und die Tiere entdeckt.

Überraschende Tierbegegnungen

Überraschende Tierbegegnungen waren in frühen naturrelgiösen Stammesverbänden immer mit den Tierarten des eigenen Lebensraumes verbunden gewesen. Heute bringen uns Filme, Fotos und Artikel die gesamte Tierwelt auf den Bildschirm. Ich habe oft genug erlebt wie mein seelisches Empfinden seine Fühler in die tatsächliche Welt und ihre Ereignisse zu strecken vermochte. Zumindestens entstand der Schein einer Verknüpfung von Innenwelt oder Seele zur Außenwelt, die überraschende Tierbegegnungen zum Inhalt hatten.

Es erschien mir wichtig mich in Tiere hineinversetzen zu können und imaginative Erfahrungen mit ihnen zu teilen.

Tierisch konzentriert

Es war für mich selbstverständlich gewesen eine Zeit am Tag mit Yoga und Meditation zu verbringen. Durch meine Beschäftigung mit denTieren ergaben sich für mich Schnittpunkte ihrer Imagination während ich meditierte. Ich empfand mich auf einem Schildkrötenpanzer sitzend. Gleichzeitig erinnerte ich mich an Geschichten, wo die Erde von einer Schildkröte getragen worden war. Antilopen kreuzten eine Zeit lang regelmäßig meine Yogastunde. Ihr Sprung wurde für mich zu einem Symbol für eine lebensverändernde neue Qualität, die jenseits meiner eingeprägten Vorstellungen lag.

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Yoga und Mediation hatten mich über die Begrenzungen des eigenen Selbst hinausführen sollen. Anstatt dessen waren es die Antilopen, die mich das Fliegen lernten. Ich liebte ihre Sprungkraft. Ich hatte den Eindruck aus einer tiefliegenden Trägheit aufzusteigen und in ein neue Freiheit hinein zu finden.

Im Passgang durch den gelben Sand

Dromedare, die durch die Sahara zogen, waren in meiner Vorstellung ganz selbstständige Tiere. Mit ausdauernder Hingabe malte ich die ockerfarbenen Schattierungen der Wüste und strukturierte die Fläche mit einer quarzsandigen Modellierpaste. Ausdauer war vielleicht die größte Kraft der Kamele, die sich in ihrem Passgang wellenartig über den sandigen Untergrund bewegten. 10 Tage konnten sie ohne Wasser und Nahrung auskommen.

In weiteren Bildern arbeitete ich zu den strukturierten Flächen textile Elemente in die Bildfläche ein, aus Stoffen, die ich damals aktuell aus einem Nachlaß bekommen hatte.

Textile Kultur im Bildnis

Energiebewegung