
Die Gedankenmaske drückte meine eigene Fremdheit aus, die ich mir selber gegenüber empfand. Bei der Malerei hatte ich oft erlebt, dass ich meine Arbeit immer wieder verworfen hatte. Ich hatte das Gefühl mich nicht ausdrücken zu können. Ich suchte etwas, ohne eine Ahnung zu haben wonach. Dann entstand bei der Arbeit auf der Leinwand das männliche Gesicht, dass ein weibliches Gesicht überlagert hatte. Für diesen Mechanismus der Selbstentfremdung war ich bis dahin blind gewesen. Nun sah ich durch die Maskierung wie sehr mein gesamter Selbstausdruck verbannt worden war. Im Grunde blickte ich nicht nur auf ein weibliches Gesicht, sondern auch auf ein stummes Gesicht, dass mich selbst darstellte.
Die Gedankenmaske männlicher Prägung
Die patriachalen Strukturen des Denkens begegneten mir gesellschaftlich überall und familiär allemal. Ich begriff die Gedankenmaske als ein erlerntes Instrument, die mich schon früh hatte verstummen lassen. Ich fühlte mich dennoch wie viele andere Frauen in den 1980 selbstbestimmt und feministisch orientiert. Das hatte ich zumindest über mich gedacht, bis mir deutlich wurde, das männliche Gedankenstrategien den Feminismus, so wie ich ihn kannte eingeläutet hatten. Er beruhte auf Nachahmung der männlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen in der Berufswelt. Es galt die männlich geprägte Bildung anzustreben und männliche Konzepte von erfolgreicher Lebensgestaltung zu übernehmen.
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