Textile Kultur im Bildnis auf kleinem Leinwandformat. Es befindet sich eine schwarze, mit zierlichen Glasperlen verzierte Abendtasche in Modellierpaste eingearbeitet. beigefarbener ModellierpasteLeinwand gebracht.
Textile Kultur im Bildnis, Abendtasche 1930er Jahre, Modellierpaste a. L., 20 cm x 22 cm

Textile Kultur im Bildnis war mein Konzept einer künstlerischen Existenzgründung, die ich 2003 im Rahmen einer Weiterbildung erarbeitet hatte. Sie war speziell für Künstlerinnen ausgeschrieben gewesen und hatte in der Akademie im Frauenmuseum in Bonn stattgefunden. Ihr Zeitraum bemaß ein halbes Jahr in Vollzeit, mit dem Ziel ein ausgearbeitetes Existenzgründungskonzept vorzustellen zu können. Die Ergebnisse aller teilnehmender Künstlerinnen waren 2003 im Frauenmuseum Bonn ausgestellt worden.

Textile Kultur im Bildnis. Die Auftragsarbeit

Während der Weiterbildung erarbeitete ich die handwerkliche Technik, die es ermöglichte Stoffe und Textilien auf die Leinwand zu bringen. Dabei ging es ebenso um die Veränderung des originalen Textils, als auch um Fragen seiner Konservierung. Mein Projekt formulierte das Bewahren von textilen Erinnerungen auf der Leinwand als künstlerische Auftragsarbeit. Wir, die teilnehmenden Künstlerinnen erhielten umfangreichen Unterricht in allen Fachaspekten, die zur Erstellung eines Buisinessplans notwendig waren. Darüberhinaus wurden auch Unterrichtseinheiten abgehalten, die der persönlichen und künstlerischen Entwicklung dienten.

Originale Liebe im Bildnis

Kleidung erzählt. Über Menschen, Orte und Ereignisse. Kleidung ist Zeitzeugnis, weil sie original ist. Kleidung als Grundlage zur Kunst, damit das textile Bildnis entsteht. Die textile Biografie erzählt leise wissend. Das Getragene wird stoffliche Beschaffenheit. Persönliches Memorandum der Perspektive zweiter Haut.

HDCA, Communication Arts – Textentwurf zu texile Kultur im Bildnis

Meine Freundin Melanie hatte für mein Projekt Textile Kultur im Bildnis auf ihrem Dachboden nach einem besonderen Kleidungsstück gestöbert. Es war aus den 1980 Jahren. Sie hatte es in der Zeit getragen als sie ihren späteren Ehemann kennengelernt hatte. Sie beantwortete meine Fragen zu ihren Erinnerungen, zu ihren Gefühlen und Erlebnissen, die sie mit diesem Kleidungsstück verband. Das Kleid war ein Zweiteiler aus weichem Jersey gewesen, ein Mischgewebe mit wolligem Charakter. Vom Schnitt her hatte das Ensemble etwas uniformartiges ausgestrahlt. Die Weichheit des Materials verlor sich allerdings auf der Leinwand, dafür ließ sich der uniformartige Schwung des Schnittes gut zur Geltung bringen. Die Worte mit denen sich meine Freundin an das Kleid erinnerte, hatte ich auf 3 dünne Seidenstoffe im A4 Format mittels meines Druckers gedruckt und im unteren Teil des Bildes in eine Modellierpaste eingearbeitet.

Geisttier. Tierfiguren